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Sach- und Lachgeschichten

Sach- und Lachgeschichten

Am Stand des Personalrats beim Sommerfest 2019 sind einige Postkarten an einer Wäscheleine aufgehängt. Sie zeigen Antworten von Besucher*innen auf die Frage "Was macht den idealen Arbeitsplatz aus?" Am Stand des Personalrats beim Sommerfest 2019 sind einige Postkarten an einer Wäscheleine aufgehängt. Sie zeigen Antworten von Besucher*innen auf die Frage "Was macht den idealen Arbeitsplatz aus?" Am Stand des Personalrats beim Sommerfest 2019 sind einige Postkarten an einer Wäscheleine aufgehängt. Sie zeigen Antworten von Besucher*innen auf die Frage "Was macht den idealen Arbeitsplatz aus?" © Personalrat
Je älter ein Artikel ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die darin enthaltenen Informationen mittlerweile veraltet und überholt sind. Im Zweifel fragen Sie daher gern nach!

Corona? - Bei Euch piept's wohl! / Erfahrungsbericht mit elektronischen Abstandshaltern

Ausgabe 31 - März 2021

Wir befinden uns im Jahre 2020 n.Chr. Die ganze Uni steht still...

Seit dem Lockdown hat sich unsere Arbeitswelt maßgeblich geändert. Die Organisation der Arbeit von zu Hause aus, vielleicht sogar bei gleichzeitiger Kinderbetreuung, hat zu einem Digitalisierungsschub geführt, genauso wie die Umstellung auf die digitale Lehre. Auch in den Gebäuden hat sich vieles geändert: Leere Flure, verschlossene Türen, keine Studierenden.

Die ganze Uni? Nein! In einigen Instituten wurde fleißig am MCA-Projekt (Mobile Teststationen für Kliniken und systemrelevante Unternehmen an drei Modellstandorten in Niedersachsen) gearbeitet, und es war wirklich nicht leicht unter diesen Bedingungen. Es wurde Schichtbetrieb eingeführt, da immer nur zwei Personen gleichzeitig in den Büros oder Laboren anwesend sein durften. Regelmäßiges Händewaschen und Desinfizieren gehörte genauso selbstverständlich dazu wie das Abstandhalten auf den Fluren. Und mit jedem Lockerungsschritt wurde es schwieriger, die sich ständig ändernden Vorgaben immer einzuhalten. Auch schlichen sich vielleicht hier und da ein wenig Nachlässigkeit oder lieb gewordene Gewohnheiten aus der Vergangenheit ein.

So wurden bei uns, auf Initiative des Sicherheitsbeauftragten, elektronische Abstandshalter eingeführt. Ich war begeistert! Ein kleiner Sensor, der bei der Arbeit am Armgelenk oder an der Hosentasche getragen wird. Der Sensor blinkt ganz entspannt blau, wenn er allein ist. Befindet sich ein anderer Sensor und damit eine andere Person in ungefährlicher Reichweite, wechselt er auf grün. Unterschreitet diese Person den Abstand von 1,5 m, so warnt er mit rotem Licht und es ist Gefahr im Verzug. Befinden sich diese zwei Personen länger als 10 Sekunden in unzulässiger Nähe, so piept der Sensor ziemlich nervig und jeder zieht es vor, wieder auf ausreichend Abstand zu gehen. Sehr praktisch, finde ich. Und es übt ungemein auch für das Verhalten während der Pandemie da draußen.

Somit war es möglich, auch mit mehreren Personen in einem ausreichend großen Raum wie einem Großraumlabor zu arbeiten. Auch waren kleinere Besprechungen wieder realisierbar. Schwierig hingegen ist es immer noch, gemeinsam an einem Versuch zu arbeiten oder einem Mitarbeiter mal eben über die Schulter zu schauen. Aber dafür gibt es, bei einem eventuell ertönenden akustischen Alarm, immer noch den Mund-Nase-Schutz, der ja mittlerweile bei jedem Weg durch die Uni getragen werden muss.

Ein paar Nachteile hat so ein elektronischer Abstandhalter allerdings: 1. Sie verschwinden spurlos und kehren nicht eigenständig nach Feierabend in die Ladestationen zurück; 2. Sie funktionieren auch durch Wände; 3. Sie müssen aufeinander geeicht werden, da sie nur innerhalb ihrer Kohorte funktionieren. Und sie enthalten übrigens keine Tracking-Funktion, sind nicht personalisiert und merken sich die Kontakte nicht.

Also: Corona, nein danke – bei mir piepst‘s lieber!

Homeoffice mit COVID-19

Ausgabe 29 - September 2020

Ja, ich gebe es ja zu, der Titel hält nur bedingt, was er verspricht. Man könnte ja leicht annehmen, ich hätte COVID-19 gehabt. Hatte ich zum Glück nicht – hätte aber gut sein können. Macht nichts, ich gehöre zur Risikogruppe und damit ab ins Homeoffice. So wurde mir das angeordnet, damals im März 2020, zurückkommend aus meinem Spanienurlaub. Für mich ziemlich überraschend, aber das war erst der Beginn einer doch sehr ungewöhnlichen Zeit mit noch mehr ungewöhnlichen Begleiterscheinungen. Jetzt bin ich seit dem 01.07. wieder im Uni-Office und auch ganz glücklich darüber.

Wie geht man vor, wenn man von jetzt auf gleich ins Homeoffice verabschiedet wird? Das Laptop sollte ich mitnehmen und telefonisch erreichbar sein. Ok, das waren meine geringsten Probleme. Handy kann ich (zumindest hatte ich Netz). Mit dem Laptop war es schon etwas schwieriger, da ich zu Hause keinen Zugriff auf aktuelle Dateien hatte, um damit zu arbeiten. Eine liebe Kollegin, die ich um Rat und Mithilfe anrief, flüsterte mir die Codewörter „Remote-Desktop via VPN-Tunnel“ ins Handy. Angeblich könne man durch diesen Tunnel mit seinen Daten in Kontakt treten. Allerdings müssten am jeweiligem Ende des Tunnels der Rechner im Büro und das Laptop zu Hause eingeschaltet sein. Auch das wurde bewerkstelligt, beide Geräte eingeschaltet, aber immer noch offline.

Jetzt muss ich dazu sagen, dass mein Verständnis des Technischen, was EDV angeht, ziemlich rudimentär ist. Die Begriffe online und offline beinhalten schon so ziemlich alles, was ich über EDV weiß. Deshalb habe ich den VPN-Tunnel auch nur zur Kenntnis genommen. Aber wie gesagt, die bereits erwähnte Kollegin wollte mir ja helfen, und so legten wir dann los. Über das Handy befolgte ich ihre Instruktionen.

Punkt 1: Internetverbindung aufbauen! Ich weiß nicht, ob es allgemein bekannt ist, dass es im höchsttechnisierten Deutschland immer noch sogenannte weiße Flecken ohne Internetanschluss gibt. Genau, genau da wohne ich.

Punkt 2: Aufbau eines Hotspots mit dem Handy (unter Anleitung). Super, mein Anbieter stellt das Internet über Handy wohl nur im „Großstadtbereich Hannover“ zur Verfügung. Das heißt: kein Netzempfang durch meinen Anbieter am Wohnort. Fazit: Der Aufbau eines VPN-Tunnels musste bis zum Feierabend meiner Frau verschoben werden, denn sie hatte Netz. Also Hotspot über das Handy meiner Frau (klappt).

Punkt 3: Remote-Desktop via VPN einrichten. Für Remote-Desktop brauchst du deine IP-Adresse. OK, damit hatte sich auch das erledigt. IP-Adresse? Ich wusste gar nicht, was das ist, geschweige denn, wo ich die herbekommen sollte. „Deine lautet 123.45.678.ABC. Das ABC schicke ich dir einzeln per Mail“, klang es aus dem Handy. Das ABC kam dann auch schnell, und es konnte mit Punkt 4: Nutzung von WebSSO (?????) weitergehen. Also rein in den Account-Manager (????) unter login.uni-hannover.de. Geklappt!!!

Passwortabfrage! Im Grunde kein Problem, ich kenne viele Passwörter. Leider habe ich 2 Arbeitsplatzrechner, 1 Laptop und 4 Mailadressen, mit denen ich an der LUH arbeite. Das wären schon mal 7 Passwörter, zusätzlich zu den noch mindestens 20 für Homebanking, Onlineshopping u.a. Also neues Passwort, nicht zu lang, nicht zu kurz, mit Sonderzeichen und allzu blöde sollte es auch nicht sein – und schnell musste es gehen, die Kollegin war ja noch in der Leitung und wartete auf den Vollzug. Seit meiner Schulzeit bin ich nicht mehr so unter Druck geraten. Ich gehöre zur Risikogruppe, es hätte weiß Gott was passieren können! Rein in den Account-Manager, ja, und dann weiß ich auch nicht mehr…

Irgendwie, irgendwann hat es dann geklappt, ich konnte auf meinen Bürorechner zugreifen. Dort gab es dann noch ein neues LUH-Projekt Seafile, damit alle auf die gleichen Unterlagen zurückgreifen können (übrigens ein chinesisches Unternehmen, was mich auch gleich wieder verunsicherte), und ein neues Programm zur Kommunikation, das Pidgin. „Ein Begriff, der eine reduzierte Sprach-form, die verschiedensprachigen Personen als Lingua franca zur Verständigung dient, bezeichnet. Eine Pidgin-Sprache ist somit keine Muttersprache, sondern wird von ihren Sprechern als Fremdsprache erlernt.“ (Wikipedia) Endlich mal ein Programm, das hält, was es verspricht. Aber ein Narr, wer glaubt, das wäre es schon gewesen! In Zeiten der Nichtanwesenheit ist Kommunikation ja das Wichtigste. Also hat man sich noch in WebEx, Jitsi, Telko, BigBlueButton und vieles mehr eingearbeitet.

Aber bei aller Unbill sind mir Videokonferenzen doch am liebsten, ich ziehe diese auch allemal der persönlichen Anwesenheit vor. Dieser Blick ins Private ist für jeden echten observateur secret ja ein Vergnügen. Allein die Einrichtungen, von der Moderne bis Gelsenkirchener Barock ist alles dabei. Aber auch das Menschliche kommt nicht zu kurz. Da vergessen manche die Anwesenheit von Kamera und Mikrofon und fühlen sich ganz wie Zuhause. Andere halten hingegen Videokonferenzen für ein Casting. Auch ist man sich nicht immer über die Kleiderordnung im Klaren und einige Teilnehmer scheinen in einen gewissen Grad der Verwahrlosung abzudriften.

Übrigens sind Videokonferenzen sehr datenlastig, wobei die meisten Daten darauf verwendet werden, ausdruckslose Gesichter widerzuspiegeln. Meine erste Videokonferenz hat mich mein ganzes privates Datenvolumen gekostet (zumindest das meiner Frau). Die Stimmung bei uns zu Hause war dann auch nicht besser als das Video, das ich mir ansehen musste.

Aber heute. Ich bin ein bekennender Freund von Videokonferenzen und ich liebe Telkos. Persönliche Kontakte versuche ich noch immer zu vermeiden, wo es geht. Stattdessen treffe ich mich zur virtuellen Frühstückspause mit meiner Frau. Ich würde es mal so formulieren, nicht alles ist schlecht mit Corona!

Uwe Spillebeen

Gute Besserung! Oder: Schön, dass Du wieder da bist!

Ausgabe 27 - Oktober 2019

Am besten schreibt es sich ja, wenn man von eigenem Erlebten berichtet, und deshalb ein Beispiel aus meinem eigenen (Berufs-)Leben. Anfang des Jahres wurde ich auf ziemlich üble Art aus meinem Arbeitsalltag gerissen. Doppelter Fußbruch verbunden mit einer längeren (sehr langen) Ausfallzeit. Das war eine sehr ungewohnte Lebenssituation für mich und beschäftigte mich sehr, zumindest weitaus mehr, als ich es bis dahin für möglich gehalten hätte. Dabei war ich noch in einer vergleichsweise sehr komfortablen Situation, da ich nette Kolleg*innen habe, die meinen Job sehr gut miterledigt haben – auch eine Sache, die mich sehr beschäftigt hat: Wer ist schon gerne entbehrlich? Ok, es sollte ja kein Dauerzustand werden. Aber mir ist jetzt die Situation einer längeren Erkrankung vertraut und ich kann sehr viel besser nachempfinden, wie man sich in so einer Lebenslage fühlt.

Kurz nachdem ich meine Arbeitstätigkeit wieder aufgenommen hatte, rief mich eine LUH-Beschäftigte im Rahmen meiner Personalratstätigkeit an. Die Kollegin war seit Längerem sehr ernsthaft erkrankt und beschwerte sich bei mir über das Desinteresse ihrer Arbeitgeberin, was die Erkrankung und deren Verlauf betraf. Sie fragte mich, ob es denn keine Einrichtung oder Vorgaben für solche Fälle gäbe. Das musste ich verneinen. Zwar haben wir das BEM (Betriebliches Eingliederungsmanagement), aber das ist für solche Situationen (noch) nicht zuständig. Die Kollegin war sichtlich enttäuscht davon, nach langjähriger Tätigkeit  von ihrer Arbeitgeberin so wenig Wertschätzung zu erfahren. Auch meine Erklärungsversuche, dass die LUH auf offizieller Ebene eben keine entsprechenden „Rituale“ kennt, halfen da nicht weiter. Das Gespräch hat mich sehr betroffen und nachdenklich gemacht – umso mehr, da ich ganz andere Erfahrungen bezüglich meiner eigenen Erkrankung gemacht hatte. Nicht, dass sich von offizieller Seite jemand nach meinem Befinden erkundigt hätte, nein. Aber die Kolleg*innen haben mir durch nette Genesungskarten gezeigt, dass ich zwar aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn geraten war. Vielleicht ist es gerade dieses Nichtoffizielle, was die Genesungswünsche so wertvoll macht. Die Wertschätzung zeigt sich auch in der Teilnahme.

Vielleicht eignet sich ja dieser Artikel  als Anregung, einmal darüber nachzudenken, wie in geeigneter Form der Kontakt zu erkrankten Kolleg*innen hergestellt werden kann.

In diesem Sinne: Do care!


Unbekannte Orte: Der Pferdestall

Ausgabe 25 - April 2019

Das unscheinbare rote Backsteingebäude (Geb. 3440) an der Ecke Callinstrasse und Appelstrasse ist der übrig gebliebene Teil einer dreiflügeligen Kasernenanlage, die an dieser Stelle zwischen 1885 und 1888 erbaut wurde. Damals hieß die Appelstraße auch noch Militärstraße.

Wie der an der Leibniz Uni gebräuchliche Name schon sagt, wurde dieses Gebäude früher als „Königlicher Pferdestall“ vom Ulanenregiment genutzt. Dies ist im noch nicht sanierten Teil des Gebäudes immer noch gut an Hand der Pferdetränken und Anbinde-Ösen (Stahlringe an den Wänden) sowie zum Teil sogar am Geruch zu erkennen.

Im Inneren des 12,5 x 77 Meter großen Pferdestalls findet man außerdem eine gemauerte Kreuzgewölbedecke, ähnlich wie in einem Kirchenschiff, und den Originalfußboden vor. Auch interessant sind die in die alten roten Backsteine geritzten Namen und Dienstgrade am Eingang, die erkennen lassen, wie lange dieses Gebäude schon hier steht.

Nach der Nutzung als Pferdestall diente das Gebäude als Lager und später der LUH als Labor- und Versuchsfläche. Im Obergeschoss gibt es einen Lernraum.

Seit einiger Zeit wird jetzt schon am und im Gebäude fleißig umgebaut, denn hier entsteht ein Begegnungszentrum mit Raum für Konzerte, Aufführungen und Ausstellungen sowie Tagungen und Seminare. Außerdem ist geplant, dass das Studentenwerk hier eine weitere Cafeteria eröffnet. Der gesamte Umbau wird ca. 4,9 Mio. Euro kosten, wobei ein Großteil aus Spenden finanziert wird.

Auch wenn die Außenanlagen zum Teil schon fertiggestellt sind, wird es bis zur kompletten Sanierung noch ein klein wenig dauern, denn die letzten Maschinenbauer geben diesen Bereich erst nach ihrem Umzug nach Garbsen frei.

Das Positive sehen

Ausgabe 24 - November 2018

Als Personalrat trifft man auf die unterschiedlichsten Menschen. Darunter sind viele, die immer wieder Probleme haben und unzufrieden sind. Manchmal trifft man aber auch auf Leute, die – obwohl ihre Situation schwierig ist – zufrieden sind und gut gelaunt bleiben.

Wenn man mit diesen zufriedenen Leuten spricht, stellt man häufig fest, dass diese Menschen sich bewusst machen, wenn etwas gut läuft. Dazu gibt es verschiedene Taktiken.

Zum Beispiel kann man aufschreiben, was man schon alles erledigt hat, oder eine To-do-Liste machen, auf der man dann die erledigten Dinge abhakt. Andere stecken sich morgens Münzen, Murmeln oder etwas anderes in eine Jacken- oder Hosentasche. Wenn sie dann etwas Positives erleben, holen sie eine Münze oder Murmel heraus und stecken sie in die Tasche auf der anderen Seite.

Diese Strategien haben eines gemeinsam: Sie machen positive Erlebnisse sichtbar. Vielleicht probieren Sie es einfach mal aus! Und wenn‘s hilft, verschenken Sie doch mal eine Ihrer Murmeln oder Münzen an eine*n Kolleg*in oder Vorgesetzte*n, wenn diese Ihnen positiv auffallen.

Sommerfest 2018

Ausgabe 24 - November 2018

Den Artikel zum Sommerfest 2018 finden Sie in der Rubrik "Personalrat unterwegs".

Besondere Anlässe - besondere Maßnahmen (Tagung Wissenschaftsrat)

Ausgabe 23 - Juni 2018

Schon wieder eine Veranstaltung im Lichthof mit Sicherheitsdienst. Wir kennen das ja: Der Lichthof wird abgesperrt, die Beschäftigten und Durchreisenden werden eingeschränkt. Aber diesmal ist es etwas anders. Vom 17. bis 19.10. 2018 tagt der Wissenschaftsrat im Lichthof. Der Wissenschaftsrat berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung.

Die Vorgaben des Wissenschaftsrates für diese Veranstaltung sind extrem streng, der einzig infrage kommende Ort an der LUH ist unser Lichthof. Die Erstsemesterbegrüßung wird extra eine Woche vorgezogen, im Lichthof werden temporär Veranstaltungsräume gebaut, es gibt einen Sicherheitsdienst, der Besucherverkehr wird umgeleitet, die Zeiterfassungsterminals stummgeschaltet und die Kolleg*innen werden gebeten, möglichst störungsarm unterwegs zu sein. Das ist zwar lästig, aber für diesen wichtigen Anlass sind drei Tage mit Einschränkungen durchaus ein kleiner Beitrag, den alle leisten können, damit die LUH eine gute Gastgeberin sein kann – insbesondere im Hinblick auf die laufenden Exzellenzanträge und auch die Hochschulfinanzierung und -entwicklung vielleicht nicht ganz unwichtig.

Wahrheit, Güte, Notwendigkeit

Ausgabe 23 - Juni 2018

Die heutige Zeit ist geprägt von einer allseits einströmenden Informationsflut, ob nun durch E-Mails, Messenger, Soziale Netzwerke, Medien oder Smalltalk. Die Notwendigkeit, dabei zu filtern, analysieren, priorisieren neben dem ohnehin immer weiter wachsenden Berg der täglichen Aufgaben, fordert uns ständig, den einen oder die andere überfordert sie gar auch.

Oftmals werden Informationen einfach nur unreflektiert aufgenommen und als gegeben hingenommen. Wie vertrauenswürdig und objektiv die Quelle der Information ist, bleibt teils offen im Raume stehen. Ob zudem am Ende der Informationskette  der Inhalt noch der gleiche wie am Anfang ist oder im Laufe der Übertragung verfärbt wurde, lässt sich nur schwer überprüfen.

Die Geschichte der drei Siebe des Sokrates verdeutlicht das Dilemma und zeigt zugleich dessen Lösung auf.

Eines Tages kam einer zu Sokrates und war voller Aufregung.

„He, Sokrates, hast du das gehört, was dein Freund getan hat? Das muss ich dir gleich erzählen.“

„Moment mal“, unterbrach ihn der Weise. „Hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?“

„Drei Siebe?“ fragte der andere voller Verwunderung.

„Ja, mein Lieber, drei Siebe. Lass sehen, ob das, was du mir zu sagen hast, durch die drei Siebe hindurchgeht. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?“ 

„Nein, ich hörte es irgendwo und ...“

„So, so! Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst – wenn es schon nicht als wahr erwiesen ist – so doch wenigstens gut?“

Zögernd sagte der andere: „Nein, das nicht, im Gegenteil ...“

„Aha!“ unterbrach Sokrates. „So lass uns auch das dritte Sieb noch anwenden und lass uns fragen, ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich erregt?“

„Notwendig nun gerade nicht ...“

„Also“, lächelte der Weise, „wenn das, was du mir das erzählen willst, weder erwiesenermaßen wahr, noch gut, noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit!“

Es liegt in der eigenen Verantwortung, Informationen nicht einfach unreflektiert weiterzugeben, sei es durch schreiben, erzählen oder „teilen“. Ist es in Ordnung, etwas weiterzugeben, wenn man sich nicht sicher ist, dass es der Wahrheit entspricht? Ist es berichtenswert, wenn es nicht gut ist, außer im Falle absoluter Notwendigkeit?

„Wahrheit“ ist das wichtigste und am schwierigsten zu bewältigende Sieb. Wenn etwas nicht der Wahrheit entspricht, sollte man schweigen und seine Umwelt damit nicht belasten, denn Unwahres sollte nicht verbreitet werden. Wenn es jedoch wahr ist, sollte man es vor der Verbreitung durch die verbleibenden Siebe „Güte“ und „Notwendigkeit“ geben.

Eine Frage, die diesen Aussiebeprozess erleichtert, ist: „Wenn die betreffende Person dabei wäre, würde ich es dennoch sagen?“

Zum Schluss noch ein Zitat, das unkommentiert im Raume stehen soll:

„Niemand hat je zur Weisheit gefunden, ohne sich auch einmal zum Narren gemacht zu haben.“ (Erica Jong)

Leserbrief: Rituale zum Semesterstart

Ausgabe 22 - Februar 2018

Alle Jahre wieder im Oktober brummt es gewaltig an der Uni. Tausende Ersis wuseln umher, motiviert und neugierig, gespannt und ängstlich beginnen sie einen neuen Lebensabschnitt. Und jährlich werden es mehr – was ja gut ist für den Wettlauf, die attraktivste Universität zu sein. Daran habe ich mich als Mitarbeiter schon gewöhnt, denn ohne die Studentinnen und Studenten hätte ich ja keinen Job.

Begleitet werden die Erstsemestertage von diversen Kennenlern-Ritualen – mal ein Quiz rund um die Universität, mal irgendwelche Auszieh-Spielchen, um die längste Schlange aus Kleidungsstücken zu erreichen. Witzig oder geschmacklos, das liegt im Auge des Betrachters.

Mehr als bizarr mutete es allerdings im letzten Oktober an: Vom Welfenschloss durch den Georgengarten bis hin zum Sportcampus zog sich eine sehr frequentierte Rallyestrecke. Neben zahlreichen Aufgaben gab es an jeder Station auch Alkohol. Nun gut, könnte man denken, wer hat denn etwas gegen ein Bierchen? Weit gefehlt. Heute braucht es scheinbar härtere Geschütze: Wodka, Whiskey und andere harte Alkoholika wurden gereicht und mussten unter dem Gruppendruck konsumiert werden, um den Schwierigkeitsgrad der Aufgaben zu erhöhen. Einige konnten sich schon auf der Mitte der Strecke nicht mehr koordinieren, geschweige denn noch mehr konsumieren.

Sich mühsam den Weg durch diese sturzbetrunkene Horde zu bahnen, während man die Hinterlassenschaften (oder das Von-sich-gegebene) zu umschiffen versucht, hinterlässt bei mir einen sehr unwohlen Beigeschmack. Muss diese Form der Bespaßung wirklich sein? Ist das die werbende, positive Außenwirkung, die die Universität stets erbittet? Ich denke, das ist eher das Gegenteil.

Anonym

Sommerfest 2017

Ausgabe 21 - Oktober 2017

Den Artikel zum Sommerfest 2017 finden Sie in der Rubrik "Personalrat unterwegs".

Dabeisein ist alles - Sportabzeichen Uni-Challenge

Ausgabe 21 - Oktober 2017

„Epping läuft die 3000-Meter-Strecke in 15:02 Minuten. Das reichte für Gold.“ So gelesen in der HAZ vom 22.06.2017. Respekt! Aber auch diese tolle Einzelleistung konnte nicht verhindern, dass die Leibniz Universität ihrer Favoritenrolle nicht gerecht wurde und bei der Sportabzeichen-Uni-Challenge auf den zweiten Platz hinter Darmstadt rutschte.

233 Punkte fehlten zur Titelverteidigung. Viele werden sich jetzt nicht fragen,  woran es gelegen hat, sondern: Warum habe ich nicht mitgemacht und unser Team unterstützt?

Ja, warum eigentlich nicht? Ist doch eine tolle Sache, so eine Sportveranstaltung, und eine gute Gelegenheit herauszufinden, wie fit mann/frau noch ist. Alles zertifiziert mit dem Deutschen Sportabzeichen in Gold, Silber oder Bronze. Vielleicht lag es ja auch daran, dass vielen nicht klar war, ob die Sportabzeichen-Challenge eine dienstliche Veranstaltung mit Arbeitsfreistellung oder eine rein private Angelegenheit ist? Werden mögliche Sportverletzungen als Arbeitsunfall gewertet? Zumindest wurden wir Personalräte im Vorfeld darauf angesprochen.

Sozialwahl 2017

Ausgabe 20 - Mai 2017

2017 kann man fast als Superwahljahr bezeichnen – Bundestagswahl, drei Landtagswahlen und dann noch die Sozialwahl.

Alle sechs Jahre finden die Sozialwahlen statt. Es sind dann ca. 51 Millionen Versicherte der Kranken-, Renten- und Unfallversicherungen aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Gewählt werden Listen, die in der Regel von verschiedenen Organisationen aufgestellt werden. Neben diesen Listen sind auch freie Listen vertreten. Eine freie Liste kann von Versicherten aufgestellt werden, die nicht in einer Arbeitnehmervereinigung (z. B. einer Gewerkschaft) organisiert sind. Dafür bedarf es einer bestimmten Anzahl von Unterstützerinnen und Unterstützern. Je nach Größe des Versicherungsträgers gelten andere Anforderungen an die Zahl der Unterstützer, die durch Unterschriften nachgewiesen werden muss.

In diesen Listen sind die Kandidaten enthalten, die sich ehrenamtlich für Sie engagieren wollen. Die Kandidaten der gewählten Liste engagieren sich die nächsten sechs Jahre in den „Parlamenten“ der Sozialversicherung, also der Vertreterversammlung der Rentenversicherung und dem Verwaltungsrat der Krankenversicherung. In diesen Parlamenten wird unter anderem über die wichtigsten Fragen der Sozialversicherung entschieden, z.B.:

  • Beitragsverwendung
  • Personelle und organisatorische Aufstellung der Renten- und Krankenversicherung
  • Satzungsgemäße Leistungen der Krankenversicherung

Ein Blick auf die Seite www.sozialversicherung.watch stellt die einzelnen Kandidaten der Gewerkschaft ver.di vor und gibt Ihnen die Möglichkeit Fragen zu stellen, die Sie zur Gegenwart und Zukunft der Kranken- und Rentenversicherung haben. Auf der Seite www.sozialwahl.de gibt es Informationen zu allen Listen und rund um die Sozialwahl.

Vom 25. April bis zum 4. Mai 2017 haben Sie, vorausgesetzt Sie sind wahlberechtigt, in Ihrem Briefkasten die Wahlunterlagen vorgefunden. Möglicherweise haben Sie auch zwei Briefe bekommen - einen von der Rentenversicherung, einen von Ihrer Krankenkasse. Das bedeutet dann, dass Sie auch zweimal abstimmen dürfen. Und dann heißt es nur noch: „Make a choice and give your voice“ – und nicht vergessen: Bis zum 31. Mai 2017 muss der Wahlbrief angekommen sein. Ihre Stimme zählt nicht, wenn Ihr Antwortbrief erst nach dem Stichtag ankommt.

Es werde (ausreichend) Licht

Ausgabe 19 - Januar 2017

Über das Thema „Beleuchtung im Winter“ haben wir bereits die letzten Jahre Artikel verfasst. Aber es ist nicht nur so, dass uns der Winter regelmäßig heimsucht, auch die Situation mit zum Teil unzureichender Beleuchtung beschäftigt die Kolleginnen und Kollegen in verschiedensten Bereichen unserer Universität immer wieder.

Zum einen ist es nicht nur gefährlich in Bezug auf den Arbeitsschutz, wenn man sich im Dunklen zum Arbeitsplatz oder von dort weg bewegt, auch das persönliche Sicherheitsempfinden leidet sehr mit unzureichender Beleuchtung.

Nun gilt es zu unterscheiden, ob nur Teile der Beleuchtung (manchmal auch komplette Installationen) einer Einrichtung aus irgendeinem Grund ausgefallen sind oder einfach grundsätzlich nicht ausreichend bzw. gar keine Beleuchtung vorhanden ist. Bei vorhandener, aber ausgefallener Beleuchtung ist eine frühzeitige Meldung bei der Störungsstelle unter der Telefonnummer 4440 der richtige Schritt, um Abhilfe zu schaffen. Wenn generell zu wenig bis gar kein Licht zur Verfügung steht, sind die Ansprechpartner das Dezernat 3 Gebäudemanagement, die Sicherheitsingenieure oder natürlich auch der Personalrat.

Unsere Erfahrung zeigt, dass in Zusammenarbeit mit dem Dezernat 3 temporäre oder auch dauerhafte Abhilfe geschaffen wird. Auch uns sind jedoch nicht alle (zu) dunklen Ecken der Universität bekannt, so dass wir auf Ihre Mithilfe, sprich das Melden von Problemfällen, angewiesen sind.

Umbau Welfengarten - Ein Zwischenbericht

Ausgabe 19 - Januar 2017

Alle Kolleginnen und Kollegen, die in der letzten Zeit versucht haben den Welfengarten zu durchqueren, werden festgestellt haben, dass dieser derzeit nahezu komplett gesperrt ist.

Wie wir bereits im PR-Info Nr. 17 berichtet haben, wird der Welfengarten umfangreich umgebaut. Es werden nicht nur die Wege saniert, was längst überfällig war,  auch optisch wird sich einiges ändern. Aber bis es soweit ist, wird noch einige Zeit vergehen und der Park größtenteils gesperrt bleiben.

Das bedeutet zwar, dass man für diese Zeit einige Umwege in Kauf nehmen muss, aber auch, dass man sich in der dunklen und vor allem feuchten Jahreszeit keine nassen Füße beim alljährlichen Regenpfützenslalom holt.

Also sollten wir alle die „verlängerten“ Wege für die nächste Zeit sportlich sehen und uns darauf freuen, dass wir im Laufe dieses Jahres nicht nur einen umgestalteten Welfengarten, sondern auch hoffentlich dauerhaft pfützenfreie Wege haben.

Das Märchen von der traurigen LUH-Beschäftigten und dem Gehaltsvorschuss

Ausgabe 18 - September 2016

Vor gar nicht allzu langer Zeit trug es sich zu, dass der Vater einer rechtschaffenen Tochter gestorben war. Die Mutter war schon viele Jahre zuvor verstorben, und die arme Tochter hatte nun leider viel zu wenig Geld, um die Beerdigung des Vaters bezahlen zu können. Aber sie hatte sogar doppeltes Pech: Sie war nun elternlos und sie war Beschäftigte der LUH mit einem befristeten Vertrag!

In ihrer Trauer und finanziellen Not bat sie ihre Dienststelle um einen Gehaltsvorschuss, um das Väterchen unter die Erde bringen zu können, denn das Gesetz in diesem reichen Königreich erlaubte diese Barmherzigkeit – aber leider, leider nur für Beschäftigte mit einem unbefristeten Vertrag. Und obwohl sie das wusste, bat die unschuldig in wirtschaftliche Not geratene Frau in ihrer tiefsten Verzweiflung ihre Dienststelle um einen solcherlei barmherzigen Vorschuss, denn immerhin lief ihr Vertrag ja noch mehr als 14 Monate. In ihrem sorgsam und mit Bedacht ausgefüllten Antragsformular beteuerte die Tochter, dass sie den vorgeschossenen Betrag innerhalb ihrer noch verbleibenden Beschäftigungszeit in 14 exakt berechneten Raten brav und pünktlich zurückzahlen würde. Und für die reiche Dienststelle waren das ja auch nur ca. 0,001 % ihres jährlichen prall gefüllten 400.000.000 Euronen-Geldsäckels. Das wäre ja nichts anderes, als wenn ihr jemand mit einem kleinen Monatssäckelchen von 3.000 Euronen nur 3 Cent leihen würde!

Frohen Mutes dachte die arme Frau auch an die vielen wohltätigen und guten Dinge, die ihre Dienststelle in längst vergangenen Zeiten und auch jüngst unter lautem Getöse und mit blumigen Worten – wohl auch zur Vergrößerung ihres Ansehens – aller Welt verkündet hatte, die da waren Familienfreundlichkeit und gute Arbeitgeberin. Und hatten die wohlangesehenen gütigen Herrschaften nicht erst vorgestern sogar noch eine ganze Sporthalle zum Wohle der vor Krieg und Gewalt aus aller Herren Länder geflüchteten Menschen vorbildlich und in höchst erfreulicher Weise zur Verfügung gestellt? Im Gedenken an diese zahlreichen frommen und lobenswerten Taten sollte das einfache und geringfügige Ansinnen einer einzelnen, verzweifelten Beschäftigten unter dem geborgenen, warmen, menschlichen Mantel der Fürsorgepflicht doch bestimmt gnadenvoll bei ihrer Dienststelle auf fruchtbaren Boden fallen. Mit nun noch viel mehr frohem Mut also gab sie ihren Antrag ab.

Doch o weh! Moralische Werte wie Fürsorgepflicht oder gar Menschlichkeit im Angesicht von Not und Verzweiflung einer ihrer Beschäftigten waren der Dienststelle plötzlich völlig fremd! „Du arme Frau hast ja nur einen befristeten Vertrag“, entgegnete die Dienststelle und verwies auf das eherne Wort des Gesetzes. „Ein Gesetz ist ein Gesetz, ist ein Gesetz! Und sei die Not auch noch so groß, darf davon unter keinen Umständen abgewichen werden“, (selbst wenn es keiner merken würde), schallte es in ihr erschrockenes Antlitz zurück.

Und überhaupt, wer würde denn das ungeheuerliche Risiko wagen, 0,001 Hundertstel des königlichen Besitzes für einen guten Zweck zu verleihen? Nein, nein, nein! Vielleicht dachten die hohen Herrschaften, diese immens hohe Summe würde am Ende vielleicht gar die Existenz ihres universitären Schlossgebäudes samt ihrer Ländereien in Garbsen, Herrenhausen oder Ruthe gefährden. Der unrechte Antrag der armen Frau wurde kurzerhand abgelehnt.

Daran konnten auch selbst die eilig herbeigelaufenen emsigen PR-Zwerge nichts mehr ändern, so sehr sie sich auch mühten und plagten. Als die nun noch traurigere Frau voller Enttäuschung mit ihrem abgelehnten Antrag das nunmehr noch riesiger wirkende Schloss ihres Dienstherrn verließ, flüsterte ihr dessen berühmter Namensgeber Gottfried Wilhelm Leibniz höchstselbst direkt aus den hehren Führungsleitlinien der Dienststelle die Worte zu: „Die eigene Wirkung lebt fort im Handeln der Anderen“. Aber die arme Frau verstand diese Worte nicht, ward allein gelassen mit ihrem Kummer und fortan bis heute nicht mehr gesehen.

Und die Moral von der bitteren Geschicht: Manchmal wäre es besser, wenn die eigene Wirkung nicht im Handeln der Anderen fortlebte.

Flüchtlingshilfe

Ausgabe 17 - Januar 2016

Die Bereitschaft sich zu engagieren ist größer, als viele erwartet hätten. Viele Menschen sind aktiv vor Ort, um eine Willkommenskultur zu leben und auch um den Wellen von Fremdenangst und -hass etwas entgegenzusetzen. Denn eins ist klar: Flüchtlinge, die ihre Heimat, ihre Habschaften, ihr soziales Umfeld verlassen und derart weite Wege voller Gefahren über Monate und Jahre auf sich nehmen, die kommen nicht, weil dies das goldene Paradies ist. Sie kommen, um zu überleben.

Im Oktober gab es einen Aufruf vom niedersächsischen Innenministerium mit der Bitte um Unterstützung bei der Registrierung von Flüchtlingen. Einige Wochen später folgte ein weiterer Aufruf vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Das Land steht vor großen Herausforderungen, die allein mit ehrenamtlichen Helfern nicht zu bewältigen sind.

Es gab einige Anfragen von Beschäftigten, wie das denn praktisch gehen kann, sich in dieser Art zu engagieren, schließlich hätten sie ja Aufgaben zu erledigen, die nicht einfach liegenbleiben können. Es muss umorganisiert werden, Vertretungen müssen gefunden und bezahlt werden.

Wer sich abordnen lassen möchte, sollte mit dem/der Vorgesetzten sprechen und die Vertretungsmöglichkeiten klären. Erfreulicherweise nimmt unsere Hochschulleitung dieses Engagement sehr ernst und hat auf Nachfrage zugesichert, bei Schwierigkeiten eine Unterstützung aus zentralen Mitteln zu leisten.

Es haben sich aus unserer Hochschule einige Freiwillige gemeldet, die sich engagieren wollen, die notwendige Schulungen und weit entfernte Arbeitsorte auf sich nehmen.

Unsere Hochschule setzt sich auf vielen Ebenen für Flüchtlinge ein, z.B.:

  • Als Notunterkunft soll die Halle 2 auf dem Sportcampus zur Verfügung gestellt werden.
  • An der Juristischen Fakultät wurde der Verein „Refugee Law Clinic“ gegründet – 39 Juristen und Jurastudierende helfen Flüchtlingen in Fragen zum Asylrecht.
  • Studierfähige Flüchtlinge erhalten Unterstützung zur Aufnahme eines Studiums.

Wir hoffen, dass dieses Engagement noch weiter anhält und sagen allen Helferinnen und Helfern ein großes DANKE!

Silberstreif am Horizont

Ausgabe 17 - Januar 2016

Mit der geplanten Umgestaltung des Welfengartens besteht auch Hoffnung auf eine Verbesserung der Wegesituation. Aus der Mehrfachbeauftragung von vier Büros für Landschaftsarchitektur ging das Büro Louafi als Sieger hervor. Der Entwurf sieht unter anderem eine neue Wegeführung mit Rundwegen sowie verschiedene Ruhe- und Aktivitätszonen vor, um den historischen Park in seiner Funktion als Campus- und Stadtteilpark aufzuwerten und eine Verbindung zum Gartenensemble Herrenhausen herzustellen.

Die Umgestaltung beginnt im Spätsommer dieses Jahres und wird in mehreren Bauabschnitten erfolgen.

Lösungswege zur Wegelösung

Ausgabe 17 - Januar 2016

„Wo gehen wir essen?“ schallt es tagtäglich durch unseren Personalratsflur. Ein schönes Ritual, gemeinsam essen zu gehen, mehr oder weniger abzuschalten oder abseits von Beratungen und Terminen über die laufenden Arbeitsprozesse ins Gespräch zu kommen. „Mensa“ hallt es dann häufig mehrstimmig zurück, das macht ja auch Sinn, wenn man in einer Universität arbeitet.

Wäre da nicht das Wetter.

Seit geraumer Zeit ist die Entscheidung des „Wo“ abhängig von den äußeren Umständen. Wie wir mehrfach berichteten, sind die Wege durch den wunderschönen Welfengarten nach Regenfällen alles andere als wunderschön. Erst entwickeln sich die Wege zu bizarren Seenlandschaften, nach kurzer Einwirkzeit bleibt, was bleiben muss: der Matsch. Und dies ist in norddeutschen Gefilden leider recht häufig der Fall. 

Abgesehen von etwaiger Rutschgefahr und nassen Füßen spielt der Terminkalender für die Essensentscheidung eine Rolle: Wer mag schon mit total vermatschten Schuhen in einen anschließenden Termin gehen?

Das brachte uns auf eine Idee:
Wie wäre es denn mit einer Erweiterung der Produktpalette im neuen Merchandising-Shop? Es gibt doch Überzieher für Fahrradsattel, warum nicht also Überzieher für Schuhe mit Uni-Logo?

In der exklusiveren Ausführung gäbe es dann hübsche Gummistiefel mit Leibniz-Motiven.

Sogar eine pragmatische Vor-Ort-Lösung wäre denkbar: Ähnlich dem Modell der öffentlichen Bücherschränke könnten bei der Umgestaltung des Welfengartens öffentliche Schuhschränke etabliert werden, wahlweise ergänzt durch Schuhüberzieherspenderboxen, falls ein Paar Gummistiefel der passenden Größe vergriffen ist.

Das wäre doch eine saubere Sache.

Licht an für sichere Arbeitsplätze! oder: Jährlich grüßt das Murmeltier

Ausgabe 17 - Januar 2016

„Übrigens, die Tage werden wieder kürzer und die Nächte länger! Allzu lange sollte mit einer Lösung nicht mehr gewartet werden.“

Ja, das waren die letzten Worte im PR-Info August 2014 zum Thema Wegesituation Herrenhausen. Wie schnell doch die Zeit vergeht! Ältere Beschäftigte werden sich sicherlich  auch noch an das Bilderrätsel erinnern, welches in unserer Dezemberausgabe 2010 zu sehen war. Auch hier ging es um die seit Jahren desolate Wegesituation auf dem Campus Herrenhausen, stockduster und voller Stolperfallen und Schlaglöcher war damals schon der Weg über das Universitätsgelände.

In all den Jahren wurden wir bei Nachfragen von der Dienststelle vertröstet, immer wieder wurde auf kommende hellere Zeiten und auf die mögliche Verbesserung im Zuge diverser Bauaktivitäten verwiesen.

Da half es auch nichts, dass anno 2011 die Arbeitssicherheit die Beleuchtungssituation als völlig unzureichend ansah (PR-Info 6/2011). In einem Energiesparartikel im PR-Info September 2011 lautete die Überschrift “Licht aus für sichere Arbeitsplätze“, heute muss sie lauten „Licht an für sichere Arbeitsplätze“.

Es ist schon schwer nachvollziehbar, mit welch stoischer Ruhe den Beschäftigten auf dem Campus Herrenhausen diese Situation dauerhaft zugemutet wird. Von einer öffentlichen Arbeitgeberin hätte man doch mehr Verantwortung erwartet. Da kann man nur auf Wunder hoffen und die dauern erfahrungsgemäß etwas länger.

Im Oktober 2015 kam schließlich eine E-Mail aus dem Bereich Campus Herrenhausen

“... heute Morgen zwischen 6.30-7.00 Uhr ist es auf dem Gelände  „Herrenhäuser Straße 2 am Gebäude 4136 - Phytomedizin“ zu  „exhibitionistischen Handlungen“  einer männlichen Person (35-45 Jahre) gekommen. ...“

Dies war jetzt keine unterhaltsame Satire mehr, sondern bitterer Ernst. Dieser Vorgang war nicht einmalig, sondern bereits mehrfach beobachtet worden. Wie sich Kolleginnen und Kollegen fühlen, die sich morgens bei fast völliger Dunkelheit über das Campusgelände bewegen müssen, mag man sich gar nicht vorstellen.

Prompt kam die Reaktion:
Die Präsenz des Wachdienstes wurde verstärkt, ein zusätzlicher Streifengang für vermeintlich mehr Sicherheit. Und sollte man dem Exhibitionisten begegnen, möge man die Polizei rufen und sich das Aussehen des Täters merken. Zusätzlich gab es die Empfehlung, sich bei Unsicherheit mit Kolleginnen und Kollegen zu verabreden oder sich alternativ in der Zeit zwischen 6.00 und 8.00 Uhr vom Hausmeister über das Gelände begleiten zu lassen.

Ja. Immerhin eine Reaktion.

Nachdem uns im turnusmäßigen Dienststellengespräch im Dezember beim erneuten Vertröstungsversuch hinsichtlich der Beleuchtungssituation die Hutschnur platzte, kam es schließlich zu einem Treffen mit unserem Baudezernenten und siehe da:  Dank des lobenswerten Einsatzes der E-Techniker zwischen den Feiertagen wurde es nun Licht.

Vielen Dank dafür!

Frau Holle und die "Gute Arbeit" - aus aktuellem Anlass

Ausgabe 15 - Juli 2015

Kennen Sie das Märchen von Frau Holle? Nein? Dann lassen Sie sich von dem nun folgenden überraschen. Falls doch, dann wundern Sie sich nicht. Es ist die Version Holle 2.0 :-) :

Es lebte einmal vor gar nicht so langer Zeit eine Frau in ihrem grün-roten Wolkenkuckucksheim irgendwo nahe der Leine. Diese Frau trug einen Doppelnamen, den aber keiner behielt, also nannte man sie nur Frau Holle.

Frau Holle hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Fleißigen unter den Normalsterblichen zu fördern und zu belohnen. Die Müßiggänger unter ihnen aber wollte sie strafen und eines Besseren belehren. So begaben sich eines Tages zwei Berufsgruppen in das grün-rote Haus. Nennen wir sie Wilma-Michaela (kurz: WiMi) und Maxima Theodora Veronika (kurz MTV). Beide waren fleißig, übererfüllten gar manche Erwartungen, litten unter Zeitverträgen und kargem Lohn, meuterten jedoch nicht und murrten nur selten.

Das Problem: Frau Holle hatte nur Augen für WiMi. MTV geriet immer mehr aus dem Blickfeld der guten Frau mit den hehren Ansprüchen.

So geschah es, dass WiMi eines Tages in den Genuss der Gunst von Frau Holle kam. So wurde eine neue Bulle geschrieben, welche die „Natürliche Honorierung Geschäftiger“ (NHG) beschrieb und die von „Guter Arbeit“ sprach.

Die aus dem Fokus Frau Holles entschwundene MTV ging leider leer aus. Ja, im Gegenteil. MTV wurde zur Pechmarie. Getreu dem alten Motto „Hast Du kein Glück, dann kommt auch noch das Pech dazu“ schloss Frau Holle mit ihren Getreuen MTV sogar ausdrücklich von dem Bonbon der „Guten Arbeit“ aus. Für diese könne ja keine „Gute Arbeit“ gelten, da MTV ja nicht WiMi sei. Egal, wie sich MTV auch anstrenge.

Und wenn sie nicht gestorben sind, so lebt Maxima Theodora Veronika auch heute noch ohne „Gute Arbeit“!

Sturm im Wasserglas

Ausgabe 14 - Februar 2015

Es kam wie ein kleiner, harmloser Dreizeiler daher und verursachte in der Fakultät eine Welle von Empörung, die sich gewaschen hatte.

„Liebe Kolleginnen und Kollegen,

da sowohl Heiligabend als auch Silvester in diesem Jahr auf einen Mittwoch fallen, weise ich darauf hin, dass für Heiligabend ½ Urlaubstag und für Silvester 1 Urlaubstag genommen werden müssen.

Liebe Grüße aus dem Dekanat!“

Die Telefone liefen heiß, der Flurfunk war genährt, die Empörung war groß.

Obwohl es nur 20 Minuten dauerte, bis über denselben Verteiler die Korrektur kam, dass natürlich die Beschäftigen gem. § 6 Abs. 3 TV-L an Heiligabend und Silvester freigestellt sind, hallte der Effekt noch ein paar Tage nach. Keine Erleichterung, kein Lob auf unseren Tarifvertrag und kaum Verständnis, dass Fehler aus Unwissenheit einfach jedem einmal passieren können, insbesondere wenn man noch neu im Job ist.

Aber so ist das leider. Schlechte Nachrichten verteilen sich breiter und schneller als gute Nachrichten, insbesondere  wenn sie „von oben“ kommen.

Es muss nicht immer Kaviar sein

Ausgabe 14 - Februar 2015

Mein Mensakollege (Name dem Autor bekannt) hatte mich schon vor längerer Zeit mal angesprochen: „Sag mal, kannst du als Personalrat nicht dafür sorgen, dass Beschäftigte vorrangig in der Mensa bedient werden? Diese ewige Warterei, das geht doch nicht!"

Klar, nachvollziehbar ist dieser Einwand, schließlich haben wir nur eine begrenzte Mittagspause. Aber zu motzen, wenn selbst der (jetzt ehemalige) Präsident geduldig in der Schlange wartet, ich weiß ja nicht.

Also haben wir unsere Strategie gewechselt: Von nun an wurde sich nur dort zum Essenfassen angestellt, wo die Warteschlange kürzer war, also keine Fleischgerichte und keine Pommes mehr. Eintopf war nun meist unsere Wahl der Qual. Mit der Zeit entwickelte sich daraus eine heitere Suppenwette: Den Kaffee nach dem Essen bezahlte derjenige, der z.B. vorhersagen konnte, ob es sich bei der Linsensuppe um eine traditionelle Linsensuppe mit Linse als Hauptbestandteil handelt oder ob es doch mehr einer Möhrensuppe ähnelt, an der eine Linse fröhlich grinsend vorbei gelaufen war. Später haben wir das Ganze noch erweitert, indem eine Vorhersage über den Wärmegehalt oder den Befüllungsgrad mit einfloss. Übrigens haben wir unseren damaligen Präsidenten dann auch öfter am Suppenstand getroffen, was zu einer weiteren Verschärfung der Spielregeln führte.

Aber ewig Eintopf geht auch nicht!

Also rein in die Warteschlange, Menschen kennenlernen, soziale Kontakte knüpfen und sich gemeinsam auf das Essen freuen. Zum Beispiel auf die Rinderroulade mit Specksauce oder das Käse-Medaillon mit Curry Dip und als Sättigungsbeilage Macaire-Kartoffeln. Selbst beim Verfassen des Artikels läuft mir das Wasser im Munde zusammen. Was „unsere“ Köche doch so zaubern können! Kaum das man sich versieht, ist man bereits 23 Minuten später am Tresen und erwartet mit glücklich glänzenden Augen und hungrig knurrendem Magen sein heiß ersehntes Mittagsmenü, das nach einer weiteren Warteschlange an der Kasse auf seine Verzehrung wartet.

Heiß ersehnt, aber oft alles andere als das. Voller Enttäuschung stellt man bei Tische fest, dass die Sättigungsbeilage kalt ist und das Menü bei weitem nicht das hält, was der wohlklingende Name verspricht. Mal ist der Koch verliebt, mal fehlen die Gewürze vollständig. Mal gibt es Ro(h)senkohl, mal pürierten, gallertartigen Milchreis. Nun ja, wie gesagt, es muss nicht immer Kaviar sein.

Dass man anschließend wieder eine Schlange aufsuchen muss, um sein Geschirr auf das Förderband zu stellen, ist da kaum noch der Rede wert. Und wenn man kurz vor dem Erreichen des gerade nicht mehr laufenden Förderbands darüber informiert wird, dass man sich bitte zu dem anderen möglicherweise  laufenden Förderband begeben möchte, ist das Mahl schon fast wieder verdaut.

Oft bleibt der Mensabesuch nur deshalb in positiver Erinnerung, weil man nette Menschen getroffen hat, weil man in der ganzen Woche keinen Kaffee zahlen musste oder weil ein großer Teil des Personals überaus freundlich mit seinen Gästen umgeht. Dafür ein herzliches Dankeschön!!

Sommerfest 2014

Ausgabe 13 - August 2014

Perfekter hätte das Wetter nicht sein können! Am 17.07.2014 lud die Leibniz Universität die Beschäftigten zum Sommerfest im Welfengarten, diesmal bei strahlendem Sonnenschein.

Wir Personalräte waren auch mit einem Stand vor Ort und bei unserem Quiz zeigten die Beschäftigten, wie gut sie sich mit Personalratsinhalten auskennen. Zumindest winkte bei richtigen Anworten eine Tüte Popcorn und der Kessel war mächtig am dampfen, um die große Nachfrage zu stillen.

Wichtiger waren natürlich die vielen Gespräche im Kollegenkreis. Nicht nur für uns Personalräte die passende Gelegenheit, um Kontakte aufzufrischen, neue Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen, Neues zu erfahren und die Beschäftigten auch einmal abseits ihrer Einsatzorte zu erleben.

Wir freuen uns aufs nächste Jahr!

Pflanzenschutz mit Kaliber

Ausgabe 13 - August 2014

Die Jagdsaison auf dem Campus Herrenhausen ist wieder eröffnet. Wie bereits in den vergangenen Jahren wird die überaus zahlreiche  Wildkaninchen-Population (Oryctolagus cuniculus) durch den zuständigen Jagdpächter reguliert. Dies ist notwendig, weil die kleinen Nager übereifriges Forschungsinteresse an unseren Freilandversuchen zeigen. Nicht nur, dass sie unser zartes Grünzeug wie Salate und Kohl, Kartoffeln und Wurzelgemüse rege verkosten - nein, sie manipulieren auch punktuell unsere Stickstoffversuche mit zusätzlichem Dünger und üben sich in Ausgrabungen an den Wurzelzonen unserer Versuchspflanzen.

Kurzum, sie hinterlassen Kollateralschäden in nicht unerheblichem Maße.

Den gut gemeinten Ratschlägen von Kolleginnen und Kollegen, die süßen kleinen Nager doch zu fangen und anderswo auszusetzen, kann aus rechtlichen Gründen nicht nachgekommen werden. Dies verhindert das Bundesjagdgesetz.

Dort heißt es in § 28 Abs. 2:  „Das Aussetzen von Schwarzwild und Wildkaninchen ist verboten“. Wo also hin mit den Kaninchen? Einfangen, artgerecht unterbringen  und versorgen und nach Ende der Versuchsreihe wieder dort aussetzen, wo sie gefangen wurden? Einen Kaninchenfänger und einen Tierpfleger könnte die Uni dann auch einstellen. Prima. Dies würde man jedoch sicherlich nicht als Win-Win Situation bezeichnen.

Alle Versuche in der Vergangenheit, die Pflanzen anderweitig zu schützen (Elektrozäune, Fallen, Duftstoffe u.a.) sind kläglich fehlgeschlagen. Blieb also nur die aktive Bejagung.

Aktiv hieß in diesem Fall die Jagd mit Frettchen, Falken und Kleinkaliber-gewehr – in dieser Reihenfolge. Die Jagd mit dem Frettchen war wenig effektiv, da das Frettchen eher lustlos seinem Jagdinstinkt folgte. Ist es dafür abgemahnt worden? Wir wissen es nicht.

Effektiver war da schon die Jagd mit dem Falken. Geräuschlos und tödlich, bis der Kollege sich den Schnabel gebrochen hatte. Eine Falken-Erwerbsminderung ist nicht auszuschließen.Also musste der Jagdpächter selbst Hand anlegen und sein tödliches Handwerk vollziehen. 53 Kaninchen wurden Opfer des gemeinen Meuchelmörders.

Es herrscht Krieg auf dem Campus Herrenhausen, Kreatur gegen Wissenschaft, Mensch gegen Kreatur. Aber es ist leider nicht zu vermeiden.

Wie üblich überleben die Schlauesten und Schnellsten und sichern nicht nur die Erhaltung ihrer Art, sondern auch die Beschäftigungsverhältnisse von Frettchen, Falke und Pächter. Ein makaberer Kreislauf. Schüsse auf dem Campus verunsichern nicht nur die Langohren, sondern auch die Beschäftigten (zumindest die wenigen, die Schüsse gehört haben und  die Hintergründe nicht kennen).  

Nach Rücksprache mit dem Jagdpächter soll die Bejagung aber in der anstehenden „Jagdsaison“ wieder mit einem Jagdfalken erfolgen. Sollte es dennoch notwendig werden, dass mit Kleinkaliber bejagt werden muss, geschieht dies in der ruhigeren Zeit und zwar Sonntags zwischen 19:00 und 20:00 Uhr.

865 Jahre soll es nun her sein, dass die kleinen niedlichen Nager wieder in Deutschland heimisch wurden. Angeblich hat der damalige Abt des Klosters Corvey die Tiere von einem französischen Amtsbruder bezogen, um Leckerbissen für die Fastenzeit zu haben. Der Verzehr von Kaninchen-embryos war per Dekret des Papstes erlaubt. Warum auch immer. Die sprichwörtliche Vermehrungsfreude der kleinen Hoppler sorgte für ausreichend Snacks und hin und wieder gelang es einem Tierchen, in die Wildnis zu entfleuchen und dort die Arbeit freiberuflich fortzusetzen.

Ursache unseres Problems ist also die Fleischeslust oder besser gesagt die Lust auf Fleisch anno 1149.

Dadurch haben wir nun den Salat – oder eben auch nicht.

Unbekannte Orte an der LUH - Das "versunkene Schlösschen"

Ausgabe 13 - August 2014

Ja. Versunken ist es wohl, das kleine Schlösschen mit der Gebäudenummer 1137, Im Moore 11A. Geschickt getarnt mit einer Fassade, die graue DDR-Plattenbauten imitiert, und versteckt hinter einem Urwald seltener, einheimischer Pflanzenarten befindet sich in dem historischen Gemäuer die Residenz der Geschäftsstelle der Niedersächsischen Technischen Hochschule (nth).  

Im Westflügel ist die Koordinationsstelle des Onlineverzeichnisses LSF untergebracht, es gibt Büros für das Hochschulbüro für Internationales, das Personaldezernat sowie Gruppenräume für die Psychologisch-Therapeutische Beratungsstelle und für  das Institut für Maschinenkonstruktion und Tribologie.

Nur einen Briefkasten gibt es nicht. Dafür gibt es die Poststelle im  Welfenschloss.

Wer nun glaubt, das Gebäude sei vernachlässigt, irrt gewaltig. Welches Gebäude verfügt schon über fünf prägnante Hausnummernschilder, damit Dornröschens Prinz auch sicher weiß, wo es langgeht?

Diäten-Erhöhung

Ausgabe 13 - August 2014

Wir sollen ja alle viel gesünder leben. Wir ernähren uns falsch, essen zu viel, bewegen uns zu wenig.

Diäten zu verordnen wäre doch eine passende Idee. Der Aufruhr unter den Beschäftigten wäre allerdings vorprogrammiert. Also sind intelligente Konzepte gefragt. Nachdem die Kaninchen uns schon die Salate und Kartoffeln weggefuttert haben, kommt nun die nächste höhere Gewalt ins Spiel: Sanierungsarbeiten!

Ein kleiner Testballon im Welfenschloss ist ja bereits im Mai gestartet, hier sorgt nun den Sommer über ein Ersatz-Container für unser leiblich Wohl. Die Klimaanlage kann zwar die Hitze nicht ausgleichen, aber so ist für ein kuschelig warmes Betriebsklima der Studentenwerkerinnen gesorgt und gleichzeitig sorgen die Temperaturen dafür, weniger Hunger zu haben. Man kennt das. Und wer mehr Hunger hat, muss eben in die Mensa, was wiederum auch zusätzliche Kalorien verbrennt.

Prima, dachte sich der Fußboden in der Contine auf dem Conti-Campus, da mache ich mit. Ein paar Probebohrungen und kluge Gutachter später wurde aus einer geplanten acht-Wochen-Schließung eine Versorgungslücke bis zum Ende des Jahres 2014. Neuesten Entwicklungen zufolge verschiebt sich dieser Termin nun auf den 24. Oktober.

Die Beschäftigten bekommen während der Schließung Suppe in der CaféBar – Suppe ist beim Fasten ja erlaubt. Wer dennoch mehr verköstigen muss oder will, darf gern in die Hauptmensa ausweichen, diese ist ja schließlich nur 1,5 km entfernt. Wer wenig Zeit hat, fährt sportlich mit dem Rad – ein gelungenes Diätkonzept, das Hand und Fuß hat.

Vielleicht sollten wir uns mit diesem Gesundheitspaket um ein audit gesunde Hochschule bewerben oder die Niedersächsische Therapeutische Hochschule ins Leben rufen. Das wären doch mal Ideen.

Schade nur, dass spätestens nach Fertigstellung der Bauarbeiten die Beschäftigten wieder zurückfallen werden in alte Ernährungsgewohnheiten. Schnell am Ort etwas in die Figur schieben und zurück an den Arbeitsplatz. Leider nicht besonders nachhaltig, aber immerhin in frisch sanierter Umgebung.

Das nennt man dann JoJo-Effekt.

Die Lösung eines Problems? Arbeiten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang

Ausgabe 13 - August 2014

Ein Kollege vom Campus Herrenhausen sprach mich vor einiger Zeit an: „Kannste nicht noch einmal einen Artikel über die schlechte Wegesituation hier in Herrenhausen schreiben, da tut sich überhaupt nichts!“ Ich habe dann versucht zu erklären, dass wir Personalräte das Thema auch schon mehrfach im Ausschuss für Arbeitssicherheit und Gesundheit (ASAG) und in den regelmäßig stattfindenden Gesprächen mit der Dienststelle angesprochen haben. Seitens der Dienststelle wird immer wieder wird beteuert, dass nach Fertigstellung der Baumaßnahmen auch die Wege saniert werden. Warten wir es ab.

Nein, das werden wir nicht mehr!

Abwarten, das ist nicht die Art der Personalräte. „Wir werden das Problem selbst lösen“ schlage ich dem Kollegen vor. Aber wie? Der Vorschlag seitens des Dezernates 3, an alle Mitarbeiter Stirnlampen auszuteilen, erscheint uns bei der Problemlösung wenig hilfreich. Wir kennen unsere Kolleginnen und Kollegen. Entweder sind dann, wenn man sie braucht, die Batterien leer, die Stirnlampe nicht griffbereit oder die Stirnlampe passt nicht zur Frisur. Auch die Überlegung, eine Notbeleuchtung zu installieren wird auf Grund der Kosten verworfen.

Irgendwie zwischen dem 4. und 5. Tor Deutschland - Brasilien kam dann die Erleuchtung: Tageslicht!!

Warum nicht einfach das natürliche Tageslicht nutzen? Arbeitsbeginn bei Sonnenaufgang, Arbeitsende bei Sonnenuntergang. Klar, das klingt erst einmal ziemlich hart und nach Mehrarbeit aber ich habe da mal genauer nachgerechnet:

Unsere Meteorologen an der Leibniz Universität haben für das Jahr 2013 insgesamt 1.590 Sonnenstunden ausgewiesen. Sonnenstunden sind hier Stunden mit mind. 120 W/m² Einstrahlung - also völlig ausreichend, um sicher die Wege auch auf dem Campusgelände nutzen zu können und man muss auch nicht im Dämmerlicht unterwegs sein. Gehen wir mal von 1.580 produktiven Arbeitsstunden pro Jahr aus (Wikipedia), dann sieht man, das passt.

Einen Nachteil hat die Sache! Wir hätten nur zweimal im Jahr die gleiche Arbeitszeit. Ade also mit starren Arbeitszeiten und hin zur Gleitzeit, also der astronomischen Gleitzeit. Irgendwie ist das ja auch eine starre Arbeitszeit, halt eine astronomisch stellare. Nehmen wir einmal den 01. Januar, dann wäre die starre Gleitzeit von 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr, die sich aber bis zum 21. Juni auf eine Anwesenheitsdauer von 5.00 Uhr bis 16.30 Uhr ausdehnen würde. Dies ergibt eine mittlere Anwesenheitsdauer von 8:45 Stunden. Wenn da nicht jemand die Finger im Spiel hatte...

Klappt also prima. Ein zweiter, nicht unerheblicher Aspekt ist hierbei auch die Energieeinsparung, weniger heizen, weniger Beleuchtung.

Jetzt mag ja der eine oder andere Verantwortliche innerhalb unserer Hochschule denken: Was soll der Unsinn? Haben die nichts anderes zu tun, als solche Artikel zu schreiben.

Ja, haben wir!

Die Wegesicherheit liegt uns Personalräten jedoch sehr am Herzen, deshalb lassen wir in Sachen Sanierung der Wege Herrenhausen und anderswo auch nicht locker. Unsere Lösung des Problems mag ja vielleicht etwas futuristisch sein, aber wir bemühen uns zumindest um eine Verbesserung der Situation, was man von anderen Verantwortlichen nicht behaupten kann. Schön wäre es allerdings, wenn im nächsten PR-Info ein Artikel erscheinen könnte mit Lösungsvorschlägen der Dienststelle.

Übrigens, die Tage werden wieder kürzer und die Nächte länger! Allzu lange sollte mit einer Lösung nicht mehr gewartet werden.

Auch an anderen Stellen der Leibniz Universität ist die Wegesituation unzumutbar. Selbst geringe Regenfälle machen den Weg durch den Welfengarten - sei es für einen Dienstgang oder in der Mittagspause - zur Matschpartie. Nach unserer Kenntnis ist eine Lösung lediglich für den Weg vom Welfenschloss zur Mensa mittelfristig in Sicht.

eZwickmühle

Ausgabe 13 - August 2014

Da las ich neulich in einem Vertragsentwurf zu einem Forschungsprojekt die Zeile „Kommunikative Aktivitäten in Verbindung mit dem Fahrzeug sind zwischen den Vertragspartnern abzustimmen.“ Ojee. Wie will ich nun über meine Leber-Laus berichten?

Sagen wir es mal so:

Eine uns allen bekannte Hochschule will sich für ein  Forschungsprojekt zur Verfügung stellen, in dem es um Elektromobilität geht. Ein namhafter Automobilhersteller wird hierfür jener Hochschule sechs Hochdachkombis im Vorserienstatus zur Erprobung zur Verfügung stellen. Im Gegenzug zahlt jene Hochschule eine Summe X als monatliches Nutzungsentgelt  pro Testfahrzeug.

Die Liste der berechtigten Fahrer wird fixiert, diese werden zur Geheimhaltung verpflichtet und müssen per Unterschrift einwilligen, dass die Messdaten (u.a. GPS-Position, Geschwindigkeit, Uhrzeit) erfasst werden und dass zum Zwecke der Kundenbetreuung und Marktforschung die Telefonnummer (einschließlich SMS) und Mailadresse erfasst werden darf. Die Datenaufzeichnung erfolgt anonymisiert, dem Datenschutz wird also genügt. Ob die Mitwirkung als Beta-Tester Teil des Arbeitsvertrages ist oder die fahrberechtigten Beschäftigten auch die Marktforschungsunterschrift verweigern könnten (wie man es im Privatleben ja gelernt hat, um unliebsamen Anrufen und Mails zu entgehen), bleibt fraglich - immerhin ist die Kundenbetreuung und das Feedback der Nutzer neben der rein technischen Auswertung ein wesentlicher Bestandteil des Forschungsprojekts des namhaften Autoherstellers.

Bei diesem Forschungsprojekt ist jene Hochschule ja nicht Forscher. Dass Probanden für ihre Mitwirkung bezahlen, wobei ein Leasingvertrag in der Summe wahrscheinlich günstiger wäre, ist schon eine seltsame Entwicklung. Welchen Nutzen mag jene Hochschule davon haben? Letztlich liefert sie dem namhaften Automobilhersteller wertvolle Daten und Erkenntnisse, um sein Fahrzeug zur (gewinnbringenden) Serienreife zu bringen.  

Aber ich bin zu vorschnell und zu oberflächlich. Ich habe zu wenig recherchiert, bin zu kritisch, wenn es um die Verwendung öffentlicher Gelder geht - insbesondere im Geiste der Förderung von Forschung und Umweltschutz. Wir wollen schließlich alle eine gesündere Umwelt und die Bundeskanzlerin will bis 2020 ihr Ziel der Eine-Million-E-Autos erreichen. Also sollte ich mir wünschen, jene Hochschule wäre unsere.

Gott sprach: Es werde Licht. Und es ward Licht!

Ausgabe 12 - Januar 2014

Tja, wenn das mal alles so einfach wäre. Klar haben wir Licht, Gott sei Dank, aber leider nur tagsüber. Was Gott vielleicht wusste, aber nicht mit einkalkuliert hat, ist die Arbeitssituation des öffentlichen Dienstes im 21. Jahrhundert. Denn hier (und wir wollen nicht ums Detail feilschen) wird auch in den dunklen Stunden des Jahres gearbeitet. Jetzt kennen wir ja seit Jahren die Beleuchtungsmisere auf dem Campus Herrenhausen. Außer in den wenigen sternenklaren Vollmondnächten ist der Campus auch weiterhin morgens und abends verschämt in Dunkelheit gehüllt. Zwar gibt es das jahrelange Versprechen, nach Beendigung der Bauarbeiten auf dem Campus die missliche Beleuchtungssituation zu beheben, aber ein Bauende ist für die nächsten Jahre nicht in Sicht.

Was tun? Kreative Vorschläge gibt es bereits. Unter anderem wurde vorgeschlagen nur von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zu arbeiten. Schöner Vorschlag, aber mit voller Lohnfortzahlung nicht umzusetzen. Auch der Vorschlag, die Gewächshaus-beleuchtung in den dunklen Tagesstunden zu Hilfe zu nehmen, ist ein ebenso löblicher wie auch ein energieverschlingender Ansatz.

Aber der liebe Gott hatte ein Einsehen und schickte einen Gedankenblitz Richtung Leibniz Uni (genaue GPS-Positionsdaten liegen der Redaktion vor). Stirnlampen sollen uns die Nacht zum Tage machen oder zumindest die größten Schlaglöcher auf unserem Wege zur und von der Arbeit ausleuchten.

Mein Kirchenaustritt liegt ja nun schon mehrere Jahre zurück, aber das lässt mich nun doch fast zurück in den Schoß der Kirche wanken.

Also an-, oder besser umschnallen von Stirnlampen ist angesagt. Wir haben da mal ein kleidsames Modell herausgesucht.

Die Treppe oder die Entdeckung des Jungbrunnens

Ausgabe 12 - Januar 2014

„Die Treppe“, klingt irgendwie nach Hitchcock, nach Grusel und Mord, zumindest spannend. Ganz so extrem wird es aber nicht, obwohl – es geht um unsere Gesundheit und das ist doch zumindest spannend.

Im Rahmen eines persönlichen Sondertrainingsprogrammes hatte ich das „Vergnügen“ die Treppe im Conti-Hochhaus, übrigens 32 Treppenabsätze à 10 Stufen, stundenlang hoch und runter zulaufen. Keine sehr spannen-de, aber doch eine mörderische Sache.

Aufgefallen ist mir beim hoch und runterlaufen zunächst nichts, doch dann wurde ich stutzig. Kaum Treppennutzer. Vereinzelt vielleicht auf den untersten Etagen, aber je höher ich kam, desto einsamer wurde es. Genutzt wurde der Aufzug, aber nicht von älteren, sondern in der Mehrheit von jüngeren Studierenden und Mitarbeitern.

Eigentlich schade. Dabei könnte das Treppensteigen viele Leute fit machen. Es ist gesund, regt Herz und Kreislauf an, steigert Belastbarkeit und Muskulatur – und das regelmäßig auf dem einen oder anderen kleinen Dienstgang. Und es ist deutlich günstiger als ein Fitnessstudio.

Medizinstatistiker haben in einer gar nicht kühnen Rechnung ermittelt, dass jede Stufe treppauf das Leben um drei bis vier Sekunden verlängert. Dabei ist regelmäßiges Treppensteigen ein guter Indikator für die Kondition.

www.rp-online.de/gesundheit/news/wer-treppen-steigt-lebt-laenger-1.2331778

Dies konnte in einer Studie von Phillipe Meyer von der Universität Genf nachgewiesen werden: 77 Uni-Mitarbeiter mit einem bewegungsarmen Lebensstil mussten zwölf Wochen lang auf den Aufzug verzichten und Treppen steigen. Am Ende der Studie habe sich die Fitness der Teilnehmer deutlich verbessert, der Hüftumfang habe sich um durchschnittlich 1,8 Prozent verringert, das Gewicht um 0,7 Prozent, die Fettmasse im Gewebe um 1,7 Prozent. Der Wert des gefährlichen LDL-Cholesterins sei um 3,9 Prozent zurückgegangen, bilanzierten die Wissenschaftler.

Das sind doch mal Zahlen, die jeden überzeugen müssten. Was für eine Vision: Das Conti-Hochhaus als Jung-brunnen. Kaum vorzustellen, wie es in 2-3 Jahren auf den Gängen im Conti-Hochhaus aussehen könnte. Altgediente Mitarbeiter und Professoren wären nur noch mit Mühe von jugendlichen Studierenden zu unterscheiden. Frisch und agil bei bester Gesundheit.

Bei einem meiner Trainingseinheiten wurde ich von zwei Professoren mal gefragt: „Wie oft laufen sie denn die Treppen hoch und runter?“ „25 Mal“, sagte ich. Irgendwie muss sich das herumgesprochen haben. Zumindest hatte ich den Eindruck, dass mir bei meinen späteren Trainings mehr Leute auf der Treppe begegneten.

Aber warum nicht das Ganze mal sportlich angehen? Nach dem von unserer Gesundheitskoordinatorin Frau Germann initiierten Programm „10.000 Schritte“ könnte man doch das Programm „10.000 Treppenstufen“ starten. Dabei muss es ja nicht gleich 25 Mal die Treppen hoch und runter sein. Obwohl, warum eigentlich nicht? Treppenhauswettkämpfe gibt es ja andernorts auch. Die Fachschaft Bauingenieurwesen veranstaltet beispielsweise jährlich einen Treppen-Contest im Hochhaus Appelstraße.

Top die Wette gilt! Wer schafft mehr als 25 Mal die Treppen hoch und runter? Da fallen mir auf Anhieb einige gut trainierte Kolleginnen und Kollegen ein. Machen wir doch einfach unsere ganz privaten Conti-Hochhaus-Wettkämpfe 2014.

Leichte Sprache "Damit es jeder versteht"

Ausgabe 12 - Januar 2014

Gleich mehrere Anlässe haben mich dazu animiert, mich einmal mit der Thematik „Leichte Sprache“ zu befassen.

Zum Einen mussten heute ein Mitarbeiter und ich über einen für uns nur sehr unzureichend zu verstehenden Text über die klimatische Einstellung unseres Steuerungscomputers sinnieren, dann bin ich auf der Internetseite Diversity des Gleichstellungsbüros gelandet, das neue PR-Info wurde mir zugestellt und zu guter Letzt drückte mir meine Kollegin die Zeitschrift ZB (Behinderte Menschen im Beruf) in die Hand mit dem Kommentar: „Haben wir doppelt, kannste ja mal reinschauen!“

Das alles kann kein Zufall sein!

Ich weiß nicht, ob es nur mir so ergeht, aber wenn ich Begrifflichkeiten wie zum Beispiel „Diversity“ höre oder lese, überkommt mich eine aggressive Hilflosigkeit. Es gibt ein so schönes deutsches Wort für Diversity: „Vielfalt“. Nach dem Motto „Je unverständlicher, desto intellektueller“ wird immer stärker versucht, Nichtverstehende von der Verständigung untereinander auszuschließen.

In der genannten Zeitschrift „Behinderte Menschen im Beruf“ wurde genau dieses Thema aufgegriffen. Dort heißt es: „Amtsdeutsch, Fachchinesisch, politische Phrasen –  diese Art von Sprache macht (nicht nur) Menschen mit Lernschwierigkeiten das Leben schwer.“ Denken wir bei Barrierefreiheit zuerst an Rampen und Aufzüge, dann verkennen wir, dass eine schwer verständliche und komplizierte Ausdrucksweise eine ebenso hohe Hürde aufbauen kann.

Dabei soll die leichte Sprache die selbstständige Informationssuche und damit die Selbstbestimmung von erwachsenen Menschen verbessern. Man kann aus unterschiedlichen Gründen, vorübergehend oder dauerhaft, Probleme mit einem komplexen Satzbau haben und Fremdwörter nicht verstehen. In dieser Beschreibung finde ich mich auch zum Teil wieder.

Wer aufmerksam die öffentliche Kommunikation verfolgt wird feststellen, dass es eine Vielzahl von Hürden im Verstehen von sprachlichen Inhalten gibt. Dabei kann eine „Übersetzung“ in die leichte Sprache sehr zeitaufwendig sein, da z.B. eine Schwierigkeit darin besteht, dass die Übersetzung vieldeutiger Worte von der im Text gemeinten Bedeutung ausgehen muss. Einige Behörden, beispielsweise der Deutsche Bundestag, stellen sich dieser Herausforderung und verwenden auf ihrer Webseite neben der normalen Sprache auch die leichte Sprache.

www.bundestag.de/leichte_sprache

Vielleicht dient dieser Artikel dazu, einmal über leichte, hürdenfreie Sprache nachzudenken.

Nicht nur mir würde das sicherlich helfen!